Deutscher Oscar-Beitrag 2010
26. August 2009Das weiße Band des österreichischen Regisseurs Michael Haneke wird den deutschen Film im Auswahlverfahren für die Kategorie “Best Picture in a Foreign Language” vertreten. Eigentlich handelt es sich um eine deutsch-französisch-italienisch-österreichische Koproduktion, die aber federführend von der Berliner “X-Filme Creative Pool” produziert und komplett in Deutschland gedreht wurde. Für die Auswahl des deutschen Oscar-Beitrags ist “german films” zuständig, das Informations- und Beratungszentrum für den Filmexport, das zu diesem Anlass eine Fachjury einberuft. Die darf die Hoffnungsträger offenbar lange vor ihrem offiziellen Start begutachten: Das weiße Band kommt erst im Herbst ins Kino. Michael Haneke wurde in Cannes bereits mit der Goldenen Palme bedacht. Ob er zusätzlich auf einen Academy Award hoffen darf, stellt sich am 2. Februar 2010 heraus, wenn die Nominierungen bekannt gegeben werden. Ein paar Wochen vorher wird meist eine Vorauswahl getroffen. Folgende Beiträge aus Deutschland haben es in der Vergangenheit bis in die Endrunde geschafft:
1957 Der Hauptmann von Köpenick – Helmut Käutner
1958 Nachts, wenn der Teufel kam – Robert Siodmak
1959 Helden – Franz Peter Wirth
1960 Die Brücke – Bernhard Wicki
1977 Jakob der Lügner – Frank Beyer – DDR
1979 Die gläserne Zelle – Hans W. Geißendörfer
1980 Die Blechtrommel – Volker Schlöndorff *
1986 Bittere Ernte – Agnieszka Holland
1991 Das schreckliche Mädchen – Michael Verhoeven
1993 Schtonk! – Helmut Dietl
1998 Jenseits der Stille – Caroline Link
2003 Nirgendwo in Afrika – Caroline Link *
2005 Der Untergang – Oliver Hirschbiegel
2006 Sophie Scholl – Die letzten Tage – Marc Rothemund
2007 Das Leben der Anderen – Florian Henckel von Donnersmarck*
1984 war Das Boot von Wolfgang Petersen für Regie, Drehbuch, Kamera, Schnitt, Effekte und Ton nominiert, verlor aber gegen Gandhi und E.T.
In der Kategorie Foreign Language geht der Oscar an den Regisseur. Die mit einem Stern gekennzeichneten haben ihn bekommen.
