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Medienrezeption

Seit mehreren Jahrzehnten untersuche ich in einem aufwändigen Selbstversuch die Folgen langfristigen exzessiven Medienkonsums. Soviel als Zwischenergebnis: Ganz, ganz schlimm.

Der theoretische Hintergrund ist in meiner Diplomarbeit erläutert. Die ist nicht mehr topaktuell, aber für einen ersten Überblick weiter brauchbar.

Manipulation, Wirkung, Aneignung ?

Ein Vergleich soziologischer Theorien zur
Rezeption audiovisueller Massenmedien.

Diplomarbeit bei Prof. Helle, Institut für Soziologie, LMU München

Aus der Einleitung:

In der öffentlichen Diskussion werden die Folgen von Medienkonsum im Allgemeinen negativ eingeschätzt. Vor allem der Einfluß von Pornographie und Gewaltdarstellungen wird häufig thematisiert, zuletzt in Deutschland anläßlich des Prozesses gegen einen 15-jährigen, der seine Cousine und eine Nachbarin mit einem Buschmesser und einer Axt angegriffen hatte. Das Gericht sprach in seiner Urteilsbegründung von einer “Teilschuld der Medien” und wertete den “suchtartigen Konsum von Horrorvideos” des Jungen als strafmildernd.

Von wissenschaftlicher Seite ist die Vermittlung zwischen Rezipienten und Medien im Laufe der Zeit mit verschiedenen Begriffen zu fassen versucht worden: Die Wirkungen von Medien wurden seit den Anfängen ihrer Entwicklung analysiert, von der Manipulation durch die Medien war die Rede, in den letzten Jahren ist Aneignung die präferierte Umschreibung.

Einige theoretische Ansätze habe ich in Hinblick auf ihren Einfluß in der Mediensoziologie – gemessen an der Fülle der Publikationen, in denen sie genannt oder herangezogen werden – für eine vergleichende Darstellung ausgewählt. Was von einem solchen Vergleich von Theorien überhaupt zu halten bzw. zu erwarten ist, soll unter Bezugnahme auf eine sozialwissenschaftliche Kontroverse der siebziger Jahre in Kapitel 2 erörtert werden.

Zunächst werde ich mich allerdings der Bedeutung von Massenmedien, audiovisuellen Medien im Besonderen, für Kultur und Gesellschaft widmen, sowie kurz ihre Geschichte und Entwicklung von den kinematographischen Anfängen bis hin zu aktuellen und zukünftig zu erwartenden multimedialen Angeboten skizzieren.

In Kapitel 3 werden dann die ausgewählten Theorien und Modelle vergleichend dargestellt und diskutiert. Ich halte mich in der Gliederung an die in der Mediensoziologie übliche Unterteilung in medienzentrierte und rezipientenorientierte Ansätze.

In Kapitel 4 wird ein Aspekt aufgezeigt, der in den erörterten Theorien bisher nur am Rande oder gar nicht thematisiert wurde: Die Abhängigkeit der Rezeption von der Art des jeweiligen Mediums und der mit ihr verbundenen Rezeptionssituation. Anhand der Charakteristika der Filmrezeption am Medienort Kino im Vergleich zu den Eigenheiten des Fernsehens soll aufgezeigt werden, auf welche Umstände und Besonderheiten spezifischer Medien und ihrer Rezeptionsweisen genauer eingegangen werden könnte.

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