Kategorie 'TV'
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Sleeper Cell
Kann eine amerikanische Thriller-Serie über islamische Terroristen, die einen verheerenden Anschlag in Los Angeles vorbereiten, anders als chauvinistisch und ethnozentrisch werden, regierungskritisch womöglich, sachlich ausgewogen, um Verständnis der anderen Seite bemüht? Sleeper Cell gelingt dieses Kunststück, und das scheinbar ganz nebenbei, ohne großen Zeigefinger. Im Vordergrund steht die spannungsgeladene Undercover-Story vom FBI-Agenten, der in die Terrorgruppe eingeschleust wird, der immer wieder kurz vor der Enttarnung steht und mit heftigen Gewissensbissen an allen kriminellen Aktivitäten der Zelle teilnehmen muss, damit das nicht geschieht. Die Männer, die er bald besser kennt als sonst irgendjemanden, wird er verraten. Die Frau, die er liebt, muss er doppelt belügen. Kein leichter Job. Erst recht nicht für jemanden, der selbst Moslem ist. Dieser Umstand sorgt für diverse Gelegenheiten, sich in Streitgesprächen über die Lehren des Islam auseinanderzusetzen, über den Umgang mit Ungläubigen und den Heiligen Krieg. Die Schande von Guantanamo kommt genauso zur Sprache wie die mörderischen Zustände im Irak und deren Beitrag zur endlosen Gewaltspirale. Die 2. Staffel läuft ab kommenden Mittwoch 20:15 auf RTL2.
TV-Akademie Berlin
Kommendes Wochenende, am 17. und 18. Mai, beginnt an der Berliner TV-Akademie der nächste Kurs der Serienschule, in dessen Verlauf die Teilnehmer aus ihrer eigenen Grundidee ein Serienkonzept mit allem Drum und Dran entwickeln: Figuren, Plots, Kurzzusammenfassungen in der Form, in der solche Konzepte üblicherweise präsentiert werden. In Berlin werden an mehreren Wochenenden die Grundlagen vermittelt und der Stand der einzelnen Projekte diskutiert. In den Wochen dazwischen wird man bei der weiteren Entwicklung intensiv telefonisch oder per Mail unterstützt. Bettina und Thomas, die mal abwechselnd, mal gemeinsam den Kurs leiten, ergänzen sich perfekt. Die langjährigen, vielseitigen Tätigkeiten der beiden im Medienbusiness aufzuzählen, wird mir hier zuviel. Da kommt eine Menge Enthusiasmus, theoretisches Wissen und praktische Erfahrung zusammen, an der sowohl der Kenntnisstand als auch die Motivation zur Ausarbeitung und Realisierung eigener Ideen wächst. Natürlich unterstützen sich die Kursteilnehmer auch gegenseitig durch den Austausch über ihre Ergebnisse, durch Anregungen und Fragen. Gut möglich, dass sich daraus später eine Zusammenarbeit bei anderen Projekten ergibt. Bettina und Thomas sorgen darüber hinaus noch für weitere Kontakte: Sie organisieren zum Abschluss des Kurses einen Pitch, bei dem das fertige Serienkonzept Insidern aus der Branche präsentiert wird, und sie lassen auch gerne ihre Beziehungen zu bestehenden oder in Planung befindlichen Produktionen spielen, bei denen vielleicht die Chance besteht, weitere praktische Erfahrungen zu sammeln. In Einzelfällen ist übrigens eine Kostenübernahme durch die Arbeitsagentur möglich. Die Anbieter sind auch flexibel bezüglich des zeitlichen Rahmens. Ich hatte zum Beispiel den letzten Kurs angefangen, musste dann aus beruflichen Gründen eine Pause einlegen und kann jetzt wieder einsteigen. Vielleicht treffen wir uns dort, check it out.
Verliebt in Berlin, Berlin
Nachtrag zum 24.04.: Gestern bin ich auf meine merkwürdigen TV-Tipps angesprochen worden. Wie könne ich denn bitte schön Verliebt in Berlin gut finden?? Dazu zweierlei: Es ging um Berlin, Berlin – ARD, Comedy, Felicitas Woll – nicht um die SAT1-Telenovela mit Alex Neldel. Für eine Ugly-Betty-Adaption fand ich die aber auch äußerst gelungen. Übrigens, wenn ich schon dabei bin: Star Wars ist nicht Star Trek, Missing nicht Missing in Action und Pan Tau nicht Tai-Pan. Leute, Leute…
Lolle läuft wieder
Heute zufällig reingestolpert: Das Erste wiederholt im Vorabendprogramm eine der besten deutschen Fernsehserien der letzten Jahre: Berlin, Berlin. Zur Zeit sind sie in der zweiten Staffel. Ideal, um frisch einzusteigen und die Figuren kennenzulernen. Wird ab jetzt immer origineller. Staffel 3 beginnt mit der Emmy-gekrönten Folge 47 “Sven oder Alex?”. Mir hat die Fortsetzung “Alex oder Sven?” noch besser gefallen. Da ist alles drin: Witz, Spannung, Slapstick, Drama, kleine große Momente, und wenn man Lolle und ihre Freunde erst mal liebgewonnen hat: Hoher Suchtfaktor! Anhand der Titel schon klar: Es geht oft um Herzensangelegenheiten. Die sind aber meistens nur der Aufhänger für vertrackte Situationen und deftige Verwicklungen, die sich in herrlicher Situationskomik entladen. Nicht versäumen: Dienstag bis Freitag 18:55. Oder: Auf DVD besorgen.
WGA Awards für Diablo Cody und die Coens
Gestern wurde den Mitgliedern der Writers Guild of America, der US-Autorengewerkschaft, das Ergebnis der Verhandlungen mit den großen Produktionsstudios vorgestellt. Die Reaktion fiel überwiegend positiv aus, so dass nach einem mehrtägigen Abstimmungsprozess am Mittwoch mit dem offiziellen Ende des Streiks gerechnet werden kann. Doku-Filmer Michael Moore lobte den Ausgang des Tarifkonflikts als historischen Augenblick in der Gewerkschaftsgeschichte der USA. Mit dem Verlauf des restlichen Abends wird er weniger zufrieden gewesen sein: Bei der Preisverleihung für die besten Drehbücher 2007 ging er mit Sicko leer aus. Die Statuen für Spielfilme gingen erwartungsgemäß an die Oscar-Favoriten der entsprechenden Kategorien:
Original Screenplay
Juno von Diablo Cody
Adapted Screenplay
No Country for Old Men von Ethan und Joel Coen
basierend auf dem Roman von Cormack McCarthy
Documentary Screenplay
Taxi to the Dark Side von Alex Gibney
Die Nominierungen: hier
Die TV-Kategorien: Fortsetzung »






