Die Oscars 2007

79th Annual Academy Awards

Kategorie 'Oscars 2007'

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Foreign Language Oscars

Oscar-FAQ, Oscars 2007

Oscars: Deutsch als Fremdsprache

Der dritte Oscar für Deutsch als Fremdsprache (den 91er-Gewinner in türkisch-schwyzerdütsch nicht mitgerechnet). Alle Filme aus Deutschland, die irgendwann als Best Picture in a Foreign Language nominiert wurden, habe ich neulich bereits zusammengestellt. Hier noch ein Überblick über alle Preisträger seit Bestehen der Kategorie:

2007 Das Leben der Anderen, Regie: Florian HvD, Deutschland
2006 Tsotsi, Gavin Hood, Südafrika
2005 Das Meer in mir, Alejandro Amenábar, Spanien
2004 Die Invasion der Barbaren, Denys Arcand, Kanada
2003 Nirgendwo in Afrika, Caroline Link, Deutschland
2002 No Man’s Land, Danis Tanovi?, Bosnien/Herzegowina
2001 Tiger and Dragon, Ang Lee, Taiwan
2000 Alles über meine Mutter, Pedro Almodóvar, Spanien
1999 Das Leben ist schön, Roberto Benigni, Italien
1998 Karakter, Mike van Diem, Niederlande     Fortsetzung »

3. März 2007 | View Comments
 

Oscar-Verleihung

Oscars 2007

Ellen DeGeneres hat die Fotos online gestellt, die im Rahmen der Oscar-Verleihung mit ihrer Digicam gemacht wurden. Nette Idee. Ihre Moderation wurde von den US-Medien gemischt aufgenommen. Einige fanden sie zu brav. Dass sie, im Gegensatz zu ihren Vorgängern Chris Rock und Jon Stewart, weitgehend Gags auf Kosten von Schauspielern oder Politikern vermied, kam aber auch gut an. Nicht ausgeschlossen, dass sie in ein paar Jahren nochmal als Gastgeberin eingeladen wird. Vorher ist aber Jerry Seinfeld dran. Sein Standup-Comedy-Auftritt bei der Präsentation des besten Dokumentarfilms war eine gelungene Bewerbung für den Job. 2008 wird er voraussichtlich noch nicht zum Zug kommen, denn erstens ist er an Bee Movie, einem der möglichen Beiträge für Best Animated Picture, als Autor und Sprecher beteiligt, und damit ausgeschlossen, und zweitens sind das die 80. Academy Awards, und die Organisatoren werden alles tun, um dafür endlich wieder Billy Crystal, einen der beliebtesten Hosts, zu gewinnen. Der Rest der Show: Kurzweilig, mit einigen kleineren Überraschungen. Zu viel Al Gore, bei aller Sympathie. Wieder sehr gelungen: Die Montagen aus Filmszenen zu Ehren Verstorbener, zur Darstellung von Autoren im Kino und zum Amerikabild in US-Filmen. Immer wieder ärgerlich: Die Preisträger werden gnadenlos durch das Orchester abgewürgt, und im Anschluss kommt dann irgendeine langweilige Pausenfüller-Nummer. Werden die Dankesreden durch die strenge Beschränkung spontaner, emotionaler, witziger? Kann ich nicht feststellen. Schön: Die Standing Ovations für Martin Scorsese. Und der Oscar für Uns Florian natürlich. Bisschen schlapp allerdings, dass er weder auf dem Roten Teppich, noch bei der Preisverleihung dankende Worte für Martina Gedeck fand, nur weil sie sich vorher darüber gestritten hatten, wer mit ins Kodak Theatre darf.

Ellen DeGeneres und Clint Eastwood, fotographiert von Steven Spielberg

2. März 2007 | View Comments
 

Countdown zur Show

Oscars 2007

Kurz vor Schluss habe ich meine Oscartipps ein letztes Mal geändert. Ich setze jetzt doch auf Das Leben der Anderen als Best Picture in a Foreign Language, aus folgenden Gründen: In dieser Kategorie dürfen nur die Mitglieder der Academy abstimmen, die nachweislich alle fünf nominierten Filme gesehen haben. Dass Pan’s Labyrinth mit fünf zusätzlichen Nominierungen ins Rennen geht, muss nichts heißen. Amelie genoss 2002 mit Chancen auf Drehbuch, Art Direction, Kamera und Musik ähnlichen Favoritenstatus, aber der Foreign Language Oscar ging an No Man’s Land aus Bosnien. Das Leben der Anderen kommt in den USA sehr gut an. Florian Henckel von Donnersmarck wurde häufig auf die Bezüge zur Einschränkung der Bürgerrechte unter der Bush-Administration angesprochen. Pan’s Labyrinth befasst sich ebenfalls mit einer politischen Thematik, bedient sich aber der Mittel eines Fantasy-Films, nicht unbedingt das Lieblingsgenre der Academy. Außerdem möchte ich hören, wie sich die Präsentatoren am Namen des Regisseurs die Zunge brechen. Weitere mögliche Überraschungen, auf die ich aber nicht setzen würde: Alan Arkin statt Eddie Murphy, Peter O’Toole statt Forest Whitacker, The Prestige statt Children of Men, Melissa Etheridge statt Beyonce Knowles. Und habe ich bereits erwähnt, dass in der Hauptkategorie Bester Film diesmal alles offen ist?

Poster 79. Academy Awards

25. Februar 2007 | View Comments
 

United 93

Oscars 2007

UA 93 war eines der vier Flugzeuge, die bei den Terroranschlägen am 11.9.2001 entführt wurden; das einzige, das sein Ziel nicht erreichte, sondern bei Shanksville, Pennsylvania, abstürzte. Paul Greengrass (The Bourne Supremacy) zeichnet in seinem Dokudrama den Ablauf der Ereignisse nach: Vom Check-In über den verspäteten Abflug, das Bekanntwerden der Anschläge auf World Trade Center und Pentagon, die Erstürmung des Cockpits durch die Terroristen bis zum Gegenangriff der Passagiere und dem Absturz der Maschine. In den ersten zwei Dritteln werden parallel die Geschehnisse an Bord und bei den Behörden der Flugsicherung und Luftraumüberwachung dargestellt. Das Vorwissen um das Schicksal der Reisenden wird virtuos zum Aufbau der Spannung eingesetzt. Handkamera und Improvisation beim Dreh, sowie die vorwiegend unbekannte Besetzung, fördern den Authentic-Touch der Inszenierung, die jede Heroisierung der Toten vermeidet. Beachtens-wertes Detail in der Originalfassung: Ein hysterischer deutscher Passagier versucht, die Attacke auf die Entführer zu verhindern. Dazu hat sich eine interessante Diskussion entsponnen. Ein Oscar für den Schnitt wäre überraschend, aber denkbar. Regie? Sehr unwahrscheinlich.

IMDB: United 93

24. Februar 2007 | View Comments
 

Letters From Iwo Jima

Oscars 2007

Bei den Recherchen zu Flags of Our Fathers stieß Clint Eastwood auf die Briefe der japanischen Soldaten an ihre Familien, darunter die des Kommandeurs von Iwo Jima, Tadamichi Kuribayashi. Er beschloss, die Geschichte der Schlacht direkt im Anschluss noch ein zweites Mal zu verfilmen, aus der Sicht der damaligen Gegner. Diese Grundidee macht die Leistung, die Innovation des Projekts aus. Anders als Flags spielt Letters fast durchgängig auf den unwirtlichen Stränden und in den eilends angelegten Verteidigungsstollen der Insel, nur kurz unterbrochen von Szenen, mit denen die Vorgeschichte der Protagonisten erläutert wird. Die Darstellung dieser Einzelschicksale, der Tragik und des Schreckens von Krieg allgemein ist gelungen, reicht aber in ihrer Eindringlichkeit nicht an Genreklassiker wie Kubricks Path of Glory heran. Aus deutscher Perspektive mag weder die Einsicht, dass es sich bei den gegnerischen Soldaten um Menschen handelt, noch das Eingeständnis, dass es in den eigenen Reihen Kriegsverbrecher gab, besonders spektakulär wirken. Auch für das US-amerikanische Mainstream-Kino ist das nichts Neues, siehe Platoon, Dances with Wolves, Salvador. Bemerkenswert ist aber die Konsequenz, mit der Eastwood vorgeht, bis hin zur Verfilmung in japanischer Sprache und Ausstrahlung mit englischen Untertiteln, was in den USA letztlich Kassengift bedeutet. Der Film sollte usprünglich Ende 2007 in die Kinos kommen, wurde aber wegen der schlechten Zahlen von Flags, und als Zusatzzünder für die Oscars, vorgezogen, und konnte dann völlig überraschend selbst mehrere Nominierungen einfahren, darunter Bester Film und Regie. Eine Auszeichnung in diesen Hauptkategorien galt wochenlang wegen der sperrigen Thematik und der sprachlichen Barriere als höchst unwahrscheinlich. Kurz vor Schluss haben aber mehrere Insider auf Letters als Topfavorit getippt. Auch auf die Gefahr, mich zu wiederholen: Bei Best Picture ist dieses Jahr alles möglich.

IMDB: Letters From Iwo Jima

24. Februar 2007 | View Comments
 


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